Pharmazeutische Lieferketten sind besonders von Fälschungen betroffen. Gefälschte Medikamente werden nicht nur in Online Apotheken verkauft, sondern auch über die legalen Distributionskanäle vertrieben.

Häufige Beispiele sind gefälschte Viagra Pillen und vor allem in Afrika gefälschte Antibiotika. Seit Beginn der Pandemie 2020 tauchen gefälschte Medikamente wie Fake Impfstoffe gegen COVID-19 ebenfalls häufig auf. Sie stellen ein großes Gesundheitsrisiko dar und können im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Blockchain Lösungen für die Supply Chain können helfen, den globalen Handel mit Arzneimittelfälschungen und anderen gefälschten medizinischen Produkten zu bekämpfen. Durch den Einsatz der Blockchain Technologie im Supply Chain Management können Fälschungsprävention, Produktsicherheit und Patientensicherheit signifikant verbessert werden.

Hier finden Sie regelmäßige Updates zum Thema Arzneimittelfälschungen, Statistiken, Fakten und News aus dem Pharma-Sektor.

Arzneimittelfälschungen 2021: Die zentrale Rolle der Blockchain im Kampf gegen COVID-19

Während das Coronavirus und seine Mutationen uns 2020 auf Trab hielten, konnten Fälscher Unmengen an Arzneimittelfälschungen in Umlauf bringen.

Pharmazeutischen Unternehmen versuchen, ihre Lieferanten zu überwachen und die Authentizität ihrer Lieferkette zu überprüfen. Doch der boomende Fälschungsmarkt scheint diesen immer einen Schritt voraus zu sein. Ein effektiver und zuverlässiger Schutz für die Supply Chain gibt es bislang nur einen: Die Blockchain.

Das beschreibt CEO und Blockchain-Experte Arman Sarhaddar in seinem Artikel zu Arzneimittelfälschungen in der Pandemie.

Hier geht es zum originalen Artikel auf Builtin.com in englischer Sprache: While you’ve been distracted by COVID-19, counterfeiters have been pushing fake drugs. Here’s how Blockchain can stop them.

Arzneimittelfälschungen 2021: Seit März 2020 tauchen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zahllose Produktfälschungen im Netz auf. Die Imitate und Fakes infiltrieren auch die legale Supply Chain.

Arzneimittelfälschungen 2021: Seit März 2020 tauchen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zahllose Produktfälschungen im Netz auf. Die Imitate und Fakes infiltrieren auch die legale Supply Chain einiger Unternehmen.


Blockchain gegen COVID-19 und Arzneimittelfälschungen

 

Die Blockchain Technologie ist dezentralisiert, vertrauenswürdig, transparent und fälschungssicher. All diese Eigenschaften sind nicht nur im Bereich der Kryptowährungen und des Bankwesens nützlich. Die Anwendung der Blockchain scheint in Anbetracht der Tatsachen noch viel sinnvoller für zahlreiche weitere Zwecke – auch im Kampf gegen das neuartige Coronavirus.

Folglich kündigte die Weltgesundheitsorganisation Ende März ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen an, die die Blockchain bereits erfolgreich einsetzen. Das sind zum Beispiel IBM, Oracle und Microsoft. Ziel sei es, eine Plattform zum Sammeln und Teilen von Daten zu entwickeln, um die Pandemie einzudämmen.

Eine solche Plattform ist sicherlich nützlich. Doch ist sie nicht die einzige Möglichkeit, Blockchain Technologie in der Gesundheitskrise einzusetzen. Im vorangegangen Blogartikel erläuterten wir bereits 3 Digital Trends, die von der Distributed Ledger Technologie (DLT) oder Blockchain 2021 revolutioniert werden könnten.

Die Blockchain kann uns 2021 bei der Verwaltung und Kontrolle des Coronavirus-Ausbruchs auf vielfältige Weise helfen. Um die Gesundheitsrisiken durch den globalen Handel mit Fälschungen zu lindern, kann die Blockchain zum Beispiel auch zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen eingesetzt werden.

1. Die Flut der Arzneimittelfälschungen 2020

 

Noch nie haben sich so viele Wissenschaftler rund um den Globus so schnell zusammengefunden, um Impfstoffe gegen ein Virus zu erforschen. Der Grund dafür scheint manchen Menschen nicht klar zu sein: Das Virus vermehrt sich exponentiell und bedroht damit fast acht Milliarden Menschen.

Europol warnte bereits im März 2020 vor einem Anstieg der Kriminalität im Zusammenhang mit der Pandemie. Laut dem Bericht der Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union nehmen Fälle von Cyberkriminalität, Betrug, Diebstahl sowie Fälschungskriminalität zu.

Die Verkaufszahlen von gefälschtem medizinischem Equipment wie Schutzausrüstungen und Medikamentenfälschungen sind rasant gestiegen. Fälscher schüren gezielt die Angst vor der Verknappung von Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln, um daraus Profit zu schlagen. Auch die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten zur Unterstützung des Immunsystems wurde rücksichtslos ausgeschlachtet.

Bei der Operation Pangea, einer Razzia gegen das organisierte Verbrechen im März 2020, beschlagnahmte Europol vier Millionen Packungen diverser Arzneimittelfälschungen und etwa 34.000 gefälschte chirurgische Masken. Unter den gefälschten Medikamenten befanden sich antivirale Medikamente, das Anti-Malaria-Mittel Chloroquin sowie Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate.

Zusammen mit anderen Beobachtungen rund um Produkte wie gefälschte Antibiotika und Viagra zeigen solche Vorfälle, dass beliebte und dringend benötigte Arzneimittel besonders stark von Fälschungen betroffen sind.

Doch ein Ende dieser Aktivitäten ist noch lange nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.

Die Nachfrage nach Impfstoffen und Heilmittel gegen COVID-19 ist riesig. Das Angebot hinkt hinterher, wie wir aktuell überall sehen können. Nach wie vor profitieren Fälscher – vor allem online.

Das Internet ist das größte Einfallstor für Arzneimittelfälschungen sowie Fake Impfstoffe. Die Bestellung von Arzneimitteln in Online-Apotheken wurde durch die eingeschränkte Mobilität in Zeiten des Lockdowns immer beliebter. Doch nicht allen Anbietern kann man trauen. Kriminelle ködern ahnungslose Opfer mit scheinbar attraktiven Preisen und Produkten. Während einer globalen Gesundheitskrise sind diese Aktivitäten besonders gefährlich und eine immense Bedrohung für Menschenleben.

2. Wie die Blockchain Fälschern das Handwerk legen kann

 

Pharmazeutische Unternehmen überwachen ihre Zulieferer, überprüfen die Qualität und Authentizität ihrer Supply Chain und stellen Qualitätskontrollen auf hohem Niveau sicher. Dennoch ist es schwierig, einen vollständigen Schutz vor kriminellen Aktivitäten zu gewährleisten – zumindest war es das bis jetzt.

Heute kann die Blockchain Technologie als bislang beste Anti-Counterfeiting-Lösung einen Rund-um-Schutz davor bieten, dass gefälschte Medikamente in die Lieferkette gelangen. Die Distributed Ledger Technologie erlaubt es, Daten dezentral zu speichern. So werden Daten auf einem verteilten Netzwerk von Knotenpunkten statt in einer zentralen Datenbank gespeichert.

Jeder Eintrag ist dabei einzeln verschlüsselt. Jede Änderung muss von allen Knoten innerhalb des Systems verifiziert werden. Das macht es praktisch unmöglich, Blockchain Lösungen zu hacken, und einmal gespeicherte Daten können nachträglich nicht mehr manipuliert werden. Die Blockchain Technologie macht es daher viel einfacher, Betrug zu erkennen und Schwachstellen in der Supply Chain zu identifizieren. So haben Unternehmen die volle Supply Chain Transparenz und den optimalen Fälschungsschutz.

Die Technologie eröffnet zudem die Möglichkeit, dass jeder Kunde die Echtheit gekaufter Medikamente überprüfen kann – zum Beispiel indem ein QR-Code auf der Produktverpackung über eine App wie ivault gescannt wird. So kann jeder Käufer leicht feststellen, ob sein Produkt echt oder mit hoher Wahrscheinlichkeit gefälscht ist.

Die Blockchain Technologie erhöht damit neben der Fälschungssicherheit auch den Markenschutz sowie die Sicherheit von Produkten und Patienten.

Neben der Kombination von Distributed Ledger Technologie und QR-Codes sind Blockchain-Lösungen auch mit anderen etablierten Technologien kompatibel. Um einen noch besseren Schutz vor Arzneimittelfälschungen und anderen gefälschten medizinischen Produkten zu erreichen, kann sie mit RFID oder GPS kombiniert werden – Technologien, die auf der kontaktlosen Übertragung von Daten beruhen.

Dadurch lässt sich Blockchain an die individuellen Anforderungen jedes Unternehmens anpassen und bringt viele Vorteile mit sich. Das gilt für den Hersteller zahlreicher Produkte – von Röntgengeräten über Test-Equipment und Impfstoffen bis hin zu Masken und einfachen Pillen.

Arzneimittelfälschungen in der Corona-Pandemie 2020: Von gefälschten Schutzmasken und Fake Impfstoffen wird online alles angeboten.

Arzneimittelfälschungen in der Pandemie 2021: Einige Zulassungen sind bereits erfolgt und die Verabreichung der ersten Impfstoff-Dosen hat begonnen. Doch Betrüger warten nur auf ihre Chance, gefälschte Impfstoffe in den Umlauf zu bringen. Die Blockchain kann bei Impfstoffverteilung in Sachen Nachverfolgung helfen.

 

Die Authentizität von Produkten auf höchstem Niveau sicherzustellen, ist damit bislang nur durch den Einsatz der Blockchain Technologie möglich. Gleichzeitig dient die Blockchain als effektives Mittel zur Abschreckung von Fälschern, denn es lässt sich ganz einfach feststellen, wo genau Fälschungen in eine Lieferkette gelangt sind.

Die Blockchain rückt während der Pandemie also zu Recht vermehrt in den Fokus der Unternehmen. Nachdem sie lange Zeit trivialisiert und nur mit Kryptowährungen in Verbindung gebracht wurde, wird ihr volles Potential nun erkannt. Sie kann die notwendige Transparenz und höchstmögliche Sicherheit bieten, und damit auch Menschenleben retten.


Arzneimittelfälschungen Statistiken 2021:
Zahlen und Fakten zum heutigen Stand

 

Die Krise hat die Gefahren, die vom weltweiten Handel mit Arzneimittelfälschungen und anderen gefälschten Produkten ausgehen, bereits zu Beginn der Krise besonders deutlich gemacht. Ernsthafte Gesundheits- und Sicherheitsprobleme entstehen, wenn Menschen Arzneimittelfälschungen online bestellen, denn sie enthalten oft nicht die richtige Formel und können auch gefährliche Inhaltsstoffe enthalten.

Während einer öffentlichen Gesundheitskrise wie der aktuellen Pandemie wird der Kampf gegen das massive globale Problem noch akuter. In der Tat hat beispielsweise Interpol eine Zunahme von gefälschten medizinischen Produkten im Zusammenhang mit COVID-19 festgestellt.

Auch wir haben diesen Trend zu Beginn der Pandemie bereits erkannt und auf der Basis von Statistiken zur globalen Fälschungskriminalität 5 Prognosen zu Arzneimittelfälschungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus formuliert.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden im Zusammenhang mit dem Coronavirus auch in Entwicklungsländern immer mehr Arzneimittelfälschungen verkauft. Sowohl die US Customs and Border Protection (CBP) als auch die Zollbehörden anderer Länder meldeten Beschlagnahmungen von gefälschten COVID-19-Tests und persönlicher Schutzausrüstung wie Gesichtsmasken und Handdesinfektionsmittel.

Diese Beispiele zeigen, dass unsere Prognosen leider richtig waren und bislang zu wenig getan wurde, um diese Probleme in den Griff zu bekommen. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Regierungen müssen die legale und sichere Herkunft von pharmazeutischen Produkten sicherstellen, sowohl online als auch in unseren Apotheken vor Ort. Denn Arzneimittelfälschungen verursachen sowohl erhebliche wirtschaftliche Schäden als auch Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Bürger.

Um Regierungen bei der Bekämpfung des Handels mit gefälschten Arzneimitteln zu unterstützen, haben sich die OECD und das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) zusammengetan, um politischen Entscheidungsträgern solide empirische Daten über den Wert, den Umfang und die Trends  zur Verfügung zu stellen.

1. Produktfälschungen weltweit

 

Die OECD informiert in einem aktualisierten Report über die aktuellen Zahlen auf dem globalen Fälschungsmarkt:

„Im Jahr 2016 belief sich der Handel mit gefälschten Produkten und Raubkopien sogar auf 509 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht bis zu 3,3 % des Welthandels.
Der Anteil der Fälschungen am Welthandel ist deutlich gewachsen. Im Jahr 2013 entfielen bis zu 2,5 % des Welthandels auf gefälschte Waren (bis zu 461 Mrd. USD).
Dieses Wachstum wurde in einer Zeit verzeichnet, in der der Welthandel insgesamt relativ rückläufig war. Die Intensität der Fälschungen nimmt zu – ein großes Risiko für die wissensbasierte, offene und globalisierte Wirtschaft!“

In der EU beliefen sich die Importe von Produktfälschungen 2016 auf bis zu 121 Milliarden Euro (134 Mrd. USD). Das heißt, bis zu 6,8 % der EU-Importe waren gefälschte Produkte (gegenüber 5 % im Jahr 2013). Dabei sind diese Produkte weltweit am häufigsten von Fälschungen betroffen:

Welche Produkte sind von Fälschungen betroffen? Grafik der OECD

Welche Produkte sind am häufigsten von Fälschungen betroffen? Quelle: OECD, Trends in Trade in Counterfeit and Pirated Goods.

 

2. Arzneimittelfälschungen Statistiken 2020

 

Gefälschte Arzneimittel verursachen nicht nur wirtschaftliche Verluste für die Pharmaindustrie, sondern stellen auch eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der gesamten Öffentlichkeit dar. Die gemeinsame Studie der EUIPO und der OECD zum Handel mit gefälschten pharmazeutischen Produkten, die am 23. März 2020 veröffentlicht wurde, zeigt, dass der internationale Handel mit Arzneimittelfälschungen im Jahr 2016 etwa 38,9 Milliarden Euro erreichte.

EUIPO/OECD: Trade in Counterfeit Pharmaceutical Products

Die Studie zeigt, dass gefälschte Antibiotika, Potenzmittel oder Lifestyle Lifestyle-Medikamente, aber auch Schmerzmittel am häufigsten vorkommen. Auch andere Arzneimittelfälschungen wurden beschlagnahmt (siehe Grafik unten). Gefälschte Pharmazeutika können zu wenig, zu viel oder gar keinen Wirkstoff des echten Medikaments enthalten. Sie können aber auch verunreinigt sein oder gänzlich falsche Inhaltsstoffe enthalten.

EUIPO (Juni 2020): Häufigkeit verschiedener beschlagnahmter Arzneimittelfälschungen von 2014-2016

EUIPO (Juni 2020): Häufigkeit verschiedener beschlagnahmter Arzneimittelfälschungen von 2014-2016, Quelle: EUIPO, 2020 STATUS REPORT ON IPR INFRINGEMENT.

Die Einnahmeverluste der EU-Regierungen durch die Steuerhinterziehung von Arzneimittelfälschern belaufen sich auf ca. 1,7 Milliarden Euro. 96 % aller vom Zoll beschlagnahmten gefälschten Arzneimittel, sind Post- oder Expresskuriersendungen. Auch die sozialen Kosten gefälschter Arzneimittel sind hoch. Schätzungsweise werden pro Jahr mehr als 80 000 Arbeitsplätze durch die Fälschungskriminalität im Pharmasektor der EU und verbundenen Sektoren verloren.

Gefälschte Produkte, wie z. B. unerprobte Behandlungen, Corona-Tests, medizinische Geräte und Zubehör wie Masken, Beatmungsgeräte, Handschuhe etc. überschwemmen seit Anfang 2020 aber nicht nur den europäischen Markt.

Die National Association of Boards of Pharmacy (NABP) hat viele illegale Online-Apotheken identifiziert, die vorgeben, verschreibungspflichtige Medikamente zu verkaufen, die für die Behandlung von COVID-19 vermarktet werden. Die NABP fand heraus, dass über 90% der identifizierten COVID-19-Domains anonym registriert wurden, was es für die Vollzugsbehörden schwierig macht:

NABP, 2020: Rogue Online Pharmacies in the Time of Pandemic: Capitalizing on Misinformation and Fear

Die illegalen Seiten bewerben und verkaufen Impfstoff-Fakes und Arzneimittelfälschungen, die angeblich zur Vorbeugung und Behandlung von COVID-19 dienen. Seit März 2020 wurde eine große Anzahl neuer Domain-Namen für illegale Zwecke registriert, die Begriffe wie „covid“, „corona“ und „virus“ enthielten. Es scheinen vorwiegend professionelle Fälscher zu sein, die zuvor bereits mit anderen Arzneimittelfälschungen online aktiv waren und nun versuchen, mit COVID-19-bezogenen Medikamentenfälschungen Profit zu machen.

Die Pandemie hat also gezeigt gezeigt, dass sich Kriminelle schnell an neue Marktbedingungen anpassen können und immer wieder Wege finden, die legale Supply Chain von Pharma-Unternehmen zu infiltrieren. Vor allem, weil bislang keine effektive Lösung zur Nachverfolgung der Lieferkette und Bekämpfung von Fälschungen angewendet wird.

Es ist höchste Zeit, die Blockchain hier einzusetzen.

3. Weiterführende Quellen:

 

EUIPO (Juni 2020), 2020 Status Report on IPR Infringement, Why IP Rights are important, IPR infringement, and the fight against counterfeiting and piracy, doi: 10.2814/165063, https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/d7e6f903-c577-11ea-b3a4-01aa75ed71a1 (zuletzt aufgerufen am 04.01.2021)

European Commission (Dezember, 2020), Commission Staff Working Document, Counterfeit and Piracy Watch List, Brüssel, https://trade.ec.europa.eu/doclib/press/index.cfm?id=2225 (zuletzt aufgerufen am 04.01.2021)

OECD/EUIPO (März 2020), Trade in Counterfeit Pharmaceutical Products, Illicit Trade, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/a7c7e054-en.

Sarhaddar, Arman (Juni 2020), Wie die Blockchain vor Arzneimittelfälschungen schützt, https://www.industry-of-things.de/wie-die-blockchain-vor-arzneimittelfaelschungen-schuetzt-a-937779/

 

Coronavirus: Eine Vielzahl von Tests und Studien zur Umwidmung bereits zugelassener Medikamente werden durchgeführt. Diese könnten bereits gefälscht werden.

Coronavirus Prognose: 5 Thesen zu Arzneimittelfälschungen

Im letzten Blogbeitrag lieferten wir eine ausführliche Prognose zu Arzneimittelfälschungen angesichts der aktuellen Krise durch das grassierende Coronavirus. Es folgen einige ergänzende Gedanken in 5 Thesen zum Coronavirus und Arzneimittelfälschungen… sowie der Blockchain.

Denn mit der Blockchain können Unternehmen nicht nur ihre Supply Chain vor dem Eintritt von Arzneimittelfälschungen schützen. Jeder Einzelne könnte darüber hinaus ganz einfach mit dem Handy überprüfen, ob es sich bei einem gekauften Medikament um ein Original oder eine Fälschung handelt.

CEO Arman Sarhaddars Beitrag über die Zukunft eines Blockchain-Europas wurde nun auch von der renommierten News-Plattform Industry of Things publiziert. Europa kann mit der Applikation der Blockchain-Technologie im Pharma-Sektor jetzt die Initiative ergreifen und zum globalen Blockchain-Vorreiter werden.

Auch die #Datenspende-App des RKI sollte Blockchain-basiert sein, da nur so der optimale Schutz vor Hackerangriffen und die Privatsphäre des einzelnen gewährleistet ist.

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Im Kampf gegen Corona… und Arzneimittelfälschungen, an die bislang noch nicht gedacht wird.


5 Thesen zu Arzneimittelfälschungen

 

These 1 zu den Arzneimittelfälschungen des Jahres 2020

 

Die Medikamente gegen das Coronavirus werden die Arzneimittel des Jahres 2020 sein und damit auch die Arzneimittelfälschungen des Jahres.

Die Beispiele Viagra und Antibiotika (weiter unten) zeigen, dass beliebte und dringend gebrauchte Medikamente besonders häufig gefälscht werden. Auch die Nachfrage nach den Heilmitteln gegen das Coronavirus ist riesig und das Angebot wird zwangsläufig hinterherhinken.

Denn selbst wenn alle erdenklichen Produktionsstätten mobilisiert werden und Pharma-Konzerne zusammenarbeiten, statt sich angesichts des immensen Profitversprechens gegenseitig – wie üblich – Konkurrenz zu machen, wird die Produktion vor allem eines benötigen: Zeit.

Bis die erste Million, geschweige denn die erste Milliarde Präparate, produziert ist, wird Zeit vergehen, in der die Fälscher massenweise Arzneimittelfälschungen und Imitate billig produzieren können. Diese können schnell über illegale Vertriebskanäle online vertrieben werden.

Sobald die ersten Corona-Medikamente die Herstellung verlassen, können die Fälscher auch die aktuell unzureichend geschützten Supply Chains der Pharma-Produzenten infiltrieren – was sie zuvor bereits erfolgreich taten – und potentiell gefährliche Arzneimittelfälschungen auch in die legale Vertriebskette einschleusen. 

Die Arzneimittelfälschungen könnten potentiell einen verheerenderen Schaden anrichten als das Coronavirus selbst. Doch nicht nur Menschenleben stehen auf dem Spiel. Die Produzenten der Corona-Medikamente werden nur bedingt mit Ruhm und Heldentum ausgezeichnet. Denn die Arzneimittelfälschungen in den legalen Distributionskanälen werden zu massiven Image-Schäden führen, welche jede gute Tat kompensieren.

 

These 2 zum Fälschungsmarkt der Entwicklungsländer

 

Auf dem Fälschungsmarkt der Entwicklungsländer erscheinen billige Arzneimittelfälschungen als konkurrenzlos „bessere“ Angebote.

Die Nachfrage nach Präparaten zur Heilung und Impfung gegen das Coronavirus wird aus allen Ländern gleichermaßen kommen und Fälscher haben es leicht, die armen Länder ausbeuten. Die Fälscher nutzen den Fälschungsmarkt der ärmeren Länder bereits in vollem Umfang aus.

Schon jetzt sind etwa 30 % der Medikamente in Asien oder Südamerika und bis zu 50 % in Afrika Arzneimittelfälschungen.

Viele Fälscher können und werden sich mit den bald in Produktion gehenden Arzneimittelfälschungen der Coronavirus-Pandemie weiterhin auf die armen Länder konzentrieren. Solche, die viele Lücken im System aufweisen, wie die mangelhaften bis gänzlich fehlenden Importkontrollen durch fehlendes Personal, durch die Arzneimittelfälschungen ohne Schwierigkeiten vertrieben werden können.

Die Fälscher können Arzneimittelfälschungen hier problemlos (wenn auch nur geringfügig) günstiger anbieten. Für ärmere Länder und viele einzelne, monetär schlecht stehende Institutionen stellen diese „bessere Angebote“ dar und die Originale sind vergleichsweise keine Konkurrenz mehr.

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Jedes 2. oder 3. Medikament in Afrika ist ein Fake! Die Wirtschaftswoche spricht bei der Einnahme von Arzneimitteln in Entwicklungsländern daher von einem „Glücksspiel“. Glück hat hier auch, wer nur die schnöde Fälschung ohne irgendeinen Wirkstoff erwischt. Denn nach Angaben der WHO, enthalten 60 % aller Arzneimittelfälschungen keine Wirkstoffe, allerdings etwa 16 % gänzlich falsche Wirkstoffe. Es handelt sich hier vor allem um gefälschte Antibiotika – die am meisten benötigten Medikamente.

 

Zum Vergleich:

Industrienationen sind aufgrund der arzneimittelrechtlichen Kontrollen und der engen Zusammenarbeit von Herstellern, pharmazeutischem Großhandel, Apotheken und Behörden vergleichsweise sicherer vor Arzneimittelfälschungen. Dennoch bleiben wir nicht unberührt von Fälschungskriminalität im großen Stil: In den USA wurden rund 1,5 Millionen gefälschte Anti-Baby-Pillen beschlagnahmt, die zu wenig Wirkstoff enthielten.

Und um noch einmal auf Sildenafil, besser bekannt als Viagra, zurückzukommen: Im Jahr 2006 wurden allein in der EU 2,5 Millionen gefälschte Viagra-Tabletten beschlagnahmt. 2007 waren es 3,4 Millionen. [Quelle]

Die professionellen Fälscher, die bereits erfolgreich legale Vertriebskanäle in Europa oder den USA infiltriert haben, werden diejenigen sein, welche die Coronavirus-Nische des Fälschungsmarktes als erstes einnehmen. 

 

These 3 zur Umwidmung bereits zugelassener Medikamente (und ihren Fälschungen)

 

Die Arzneimittelfälscher fertigen vielleicht bereits Fälschungen zugelassener Medikamente, die für eine Umwidmung infrage kommen.

Dank der weltweiten Lieferengpässe nimmt der Handel mit gefälschtem medizinischen Equipment drastisch zu. Die Diebstähle und kriminellen Manöver sind bereits in einen Atemschutzmasken-Krieg ausgeartet.

Neben der Neuentwicklung von Medikamenten gegen das Coronavirus, wird auch eine Vielzahl an klinischen Studien zur Umwidmung bereits existierender Medikamente durchgeführt, zum Beispiel von anderen antiviralen Medikamenten.

Denn es ist wahrscheinlicher, dass ein bereits zugelassenes Medikament die ersehnte Heilung bringt oder dies zumindest sehr viel früher geschieht, als dass ein gänzlich neuer Wirkstoff für die breite Masse verfügbar sein wird.

Coronavirus: Eine Vielzahl von Tests und Studien zur Umwidmung bereits zugelassener Medikamente werden durchgeführt. Diese könnten bereits gefälscht werden.

Im Durchschnitt koste die Neuentwicklung eines Medikaments ca. 1 Milliarde Euro, denn es muss einen weitaus längeren Prozess durchlaufen: von der Entwicklung und ersten klinischen Studien über arzneimittelrechtlichen Kontrollen und Erstzulassung bis hin zur Produktion… die bei der Einrichtung der Produktionsstätte und der Produktionszahl 0 beginnen muss. Ein bereits zugelassenes Arzneimittel muss viele der obigen Schritte nicht noch einmal oder nur verkürzt durchlaufen, eine Produktionsstätte ist schon vorhanden und eine gewisse Menge des Medikaments steht bereits zur Verfügung. [Quelle]

Aktuell sind Fake-COVID-19-Medikamente im Netz keine Ausnahme mehr. Doch der Massenvertrieb beginnt dann, wenn die Menschen offiziell informiert werden, dass es ein wirksames Mittel gegen das Coronavirus gibt.

Und dieser Prozess der Information durch die Medien hat bereits begonnen. Denn beispielsweise ist bekannt geworden, dass das Grippemittel Avigan aus Japan sehr gute Chancen hat, gegen das Coronavirus wirksam zu sein – und schon hat Deutschland sich mit Millionen von Tablettenpackungen eingedeckt, die u.a. von der Bundeswehr verteilt werden sollen.

… und DAS wissen auch die Fälscher, die sich schließlich ebenfalls informieren und bereits in die Produktion gegangen sein könnten. Arzneimittelfälschungen dieser und anderer vielversprechender Medikamente lassen sich jetzt schon dank des vermittelten Wissens durch Medien und Nachrichten leicht an den Mann bringen.

Denken Sie einmal darüber nach: Wie viele Menschen haben bereits im Internet nach einer Möglichkeit gesucht, eine Packung Avigan zu ersteigen? Und wie viel sind sie bereit zu zahlen, um ein so vielversprechendes Medikament zu bekommen?

 

These 4 zum Mangel an Cybersecurity 

 

Die Fälscher werden es leicht haben, an die nötigen Informationen der Pharma-Unternehmen und ihrer Distributionspartner zu kommen, denn es mangelt an Cybersecurity.

Die Lücke im System sind zum einen die Heimcomputer, von denen aus aktuell viele Angestellte im Home Office auf die internen Server der Unternehmen zugreifen. Damit werden es die Fälscher leichter haben als zuvor. Gleichzeitig sollte jeder, dessen Präsenz in den Räumlichkeiten der Unternehmen nicht zwingend erforderlich ist, angesichts der Krise zuhause bleiben.

Unternehmen müssen hier sicherstellen, dass Informationssicherheit und Datenschutz weiterhin gewährleistet sind, was die DSGVO ohnehin vorschreibt.

Es sind allerdings nicht nur die Heimcomputer, die uns Sorgen machen sollten, sondern auch der Trend zu #Datenspende-Apps, der nun auch in Deutschland angekommen ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt die Corona-App zur Verfügung und betont, dass es sich um eine freiwillig Spende persönlicher Daten handle, die mittels Nutzer-ID pseudonymisiert gespeichert und ausgewertet werden

Doch die kontroverse Maßnahme regt Datenschutz-Experten zur Kritik an. Ein gewisser Schutz der Privatsphäre wird zwar gewährleistet, doch die gesammelten Daten werden zentral gespeichert und sind somit nicht ausreichend vor Hackerangriffen geschützt.

Eine Blockchain-Lösung könnte helfen, indem die gesundheitsbezogenen Datenspenden dezentralisiert gespeichert werden und somit nicht gehackt werden können.

 

These 5 zur Blockchain als optimale Lösungen dieser Probleme

 

Hier und jetzt hat Europa gute Chancen zum Blockchain-Vorreiter werden, denn mit der Blockchain können Arzneimittel fälschungssicher gemacht werden.

Arman Sarhaddar, der Erfinder der ivault Blockchain, berichtete bereits für Blockchain Insider von den Chancen Europas zum globalen Blockchain-Vorreiter zu werden. Nun hat auch Industry of Things, seinen Beitrag publiziert. Es ist bereits der zweite Beitrag unseres CEOs auf der renommierten Plattform von und für Blockchain-Experten.

Hier berichtete er über Produktfälschungen in der Lieferkette:

„Die Nachverfolgung der Inhaltsstoffe ist gerade im Medizinsektor entscheidend. […] Gerade Kunden dieser Produkte möchten sicher sein, keine Fälschung erworben zu haben. Für sie spielt zudem die Qualität der Inhaltsstoffe eine essentielle Rolle und im Schadensfall muss die Schwachstelle zweifelsfrei identifizierbar sein.“

Europa hat nun die Chance, die Rolle als Blockchain-Vorreiter auf dem Weltmarkt zu einzunehmen, indem die intelligenteste Lösung für das Supply Chain Management der Pharma-Unternehmen implementiert wird: die Blockchain.

Die Blockchain bietet nicht nur den optimalen Schutz gegen den Eintritt von Arzneimittelfälschungen in die Lieferkette. Sie vereinfacht zugleich die Erkennung von Fälschungen und Rückverfolgung der Schwachstelle, da sie die höchstmögliche Transparenz der Supply Chain für den Hersteller bietet.

Aber nicht nur das: Potentiell könnte jeder Käufer die Möglichkeit haben ein gekauftes Medikament auf seine Echtheit zu prüfen. Per Scan eines QR-Codes auf der Produktverpackung via App. So erkennt jeder Einzelne, ob es sich um ein Original oder eine Fälschung handelt.

 

Zum Vergleich: Aktuelle Methoden zur Erhöhung der Fälschungssicherheit sind intelligent und komplex – es soll Fälschern schließlich nicht gelingen, authentische Arzneimittelfälschungen herzustellen – aber sie nicht unbedingt praktisch und effizient.

1. Ein Beispiel ist der Fälschungsschutz securPharm: 

„Bei dem End-to-End-Verifikationssystem lädt der Hersteller die packungsbezogenen Daten in die Datenbank der pharmazeutischen Industrie hoch. Zur Verifikation scannt die Apotheke den Data Matrix Code und löst somit eine Überprüfung in der Industriedatenbank aus. Wird der in der Datenbank vermerkte Status „positiv“ an die Apotheke zurückgemeldet, kann das Arzneimittel „ausgebucht“ und an den Patienten abgegeben werden.“

Der Fehler dieses Systems ist, dass die Daten zentral gespeichert werden und damit von raffinierten Hackern leicht manipuliert werden können.

Die Blockchain speichert Daten grundlegend anders: Die Distribution (Verteilung) von Daten auf Nodes (Computer) in einem globalen Netzwerk ergibt eine dezentralisierte Datenbank. Die so zusammengeschlossenen Computer fungieren als die „Blöcke“ in der Blockchain.

Alle Einträge werden auf den Computern individuell verschlüsselt, und Änderungen müssen von allen Blöcken im System bestätigt werden, sodass die Blockchain praktisch unhackbar ist und Daten nicht mehr manipuliert werden können.

2. Merck schützt Produkte mit Securalic Reveal:

„Securalic® Reveal sind spezielle Pigmente für unsichtbare Sicherheit. Die Securalic® Reveal Taggants sind mit bloßem Auge nicht zu sehen und können nur von speziellen Sensoren erkannt werden. Dies ermöglicht es Ihnen, Ihr wertvolles geistiges Eigentum auf allen Stufen der Lieferkette zu schützen.“

Die mikroskopisch kleinen Partikel können z.B. den Druckfarben für die Produktverpackung oder anderen Materialien beigemischt werden. Doch wie praktikabel ist ein solches Verfahren?

Der Fehler hier ist, dass es eines speziellen Gerätes bedarf, um das Produkt auf Echtheit zu prüfen. Dieses Gerät müsste im Besitz des Großhandels, der kleinen Apotheken und des Endkonsumenten sein – was wenig realistisch ist.

Und darüber hinaus: Wenn eine Fälschung irgendwo auftaucht, z.B. nachdem der Hersteller das Produkt mit seinem Detektor geprüft hat, wie kann nachvollzogen, woher die Fälschung kam?

Mit der Blockchain dagegen ist es möglich, dass jeder Einzelne einfach per App nachprüfen kann. Damit sorgt die Blockchain nicht nur optimalen Markenschutz, sondern auch Produkt- und Patientensicherheit.

Eine so hohe Produkt- und Fälschungssicherheit ist nur mit der Blockchain möglich und dient zugleich als eine viel effektivere Abschreckung gegen Fälschungskriminalität – denn es ist leicht herauszufinden, wo Fälschungen in die Supply Chain gelangt sind.

Die einzige Hürde: Wenn Europa sich als Blockchain-Leader positionieren will, muss jetzt gehandelt werden.

Arzneimittelfälschungen-Coronavirus

Coronavirus Prognose 2020: Von Fake News zu Arzneimittelfälschungen

Unsere Coronavirus Prognose für den Fälschungsmarkt: Rund um das COVID-19 kursieren aktuell Fake News und erste Arzneimittelfälschungen, die Behauptungen von der plötzlichen Entdeckung eines Wundermittels gegen das neuartige COVID-19-Virus aufstellen. Sie nutzen die Verunsicherung und Angst vieler Mensch in der aktuellen Situation dreist aus. Doch eine viel größere Gefahr erwartet uns…

Die Coronavirus Prognose befasst sich mit der globalen Problematik des Handels mit Arzneimittelfälschungen, die mitunter fatale Konsequenzen nach sich ziehen. Die Marktreife der ersten Heilmittel und Impfstoffe, an denen Forscher und Ärzte aktuell intensiv arbeiten, wird nicht nur Hoffnung und Heilung bringen, sondern auch eine äußert profitable Nische auf dem Fälschungsmarkt eröffnen.

Die Fälscher werden hier schnell Wege finden, Fälschungen von Corona-Medikament und -Impfstoff sowohl über das Netz als auch über die legale Vertriebskette zu verkaufen. Es folgen 3 Fakten mit interessanten Beispielen und Ressourcen, die unsere Coronavirus Prognose untermauern und die Gefahr mehr als deutlich demonstrieren:

  1. Der Handel mit Arzneimittelfälschungen ist ein bereits etabliertes und höchst professionalisiertes, organisiertes Verbrechen, das Todesfälle und Milliardenverluste verantwortet.
  2. Schon jetzt wird die Angst und Verunsicherung der Menschen durch die Pandemie von unseriösen Online-Händlern ausgenutzt.
  3. Die ersten Fälschungen kommen bereits auf: Gefälschtes medizinisches Equipment ist aktuell Top Seller im Netz!
Arzneimittelfälschungen-Coronavirus

Coronavirus Prognose: Medikament oder Impfstoff – wann ist es so weit? Und wann tauchen die ersten Arzneimittelfälschungen auf?


Coronavirus Prognose: 3 Fakten und 3 Thesen zur globalen Fälschungskriminalität

 

1. Der Handel mit Arzneimittelfälschungen ist ein bereits etabliertes und höchst professionalisiertes, organisiertes Verbrechen, welches Milliardenverluste und viele Todesfälle verantwortet.

 

Der Handel mit Medikamentenfälschungen ist heute zu einem der größten globalen Probleme geworden: Weltweit stehen nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 15 Prozent der Arzneimittel unter Fälschungsverdacht, in Asien und Afrika sind es sogar 30 bis 50 % aller Medikamente. In deutschen Apotheken und Kliniken könnte es sich schätzungsweise bei nahezu jedem 100. Medikament um Arzneimittelfälschungen handeln. 

In den EU-Mitgliedsstaaten wurde trotz strenger Vorschriften in den letzten Jahren eine erhebliche Zunahme des Handels mit Arzneimittelfälschungen beobachtet. In Europa allein gehen der Pharmaindustrie dabei jährlich rund 10 Milliarden Euro verloren, so Europol und EUIPO (Verluste der Einzelhändler wie Apotheken seien hier nicht eingerechnet):

EUIPO – The economic cost of IPR infringement in the pharmaceutical industry

Die EUIPO veröffentlichte diese Statistik:Die EUIPO veröffentlichte diese Statistik: Für die EU als Ganzes wird die Gesamtwirkung von Fälschungen auf 4,4% des Umsatzes oder 10,2 Milliarden Euro geschätzt. Dies ist eine direkte Schätzung der Umsatzverluste, die den rechtmäßigen Herstellern und Großhändlern von Arzneimitteln in der EU jedes Jahr aufgrund von Fälschungen entstehen.

Coronavirus Prognose: Die EUIPO veröffentlichte diese Statistik. Für die EU wird die Gesamtwirkung von Fälschungen auf 4,4% des Umsatzes oder 10,2 Milliarden Euro geschätzt. Dies ist eine direkte Schätzung der Umsatzverluste, die den rechtmäßigen Herstellern und Großhändlern von Arzneimitteln in der EU jedes Jahr aufgrund von Fälschungen entstehen.

 

Für die Kriminellen sind die Gewinne hier bei weitem höher als im Drogenhandel. Dabei sind der Diebstahl von Arzneimitteln und Verkauf sowie Medikamentenfälschungen längst nicht mehr ausschließlich Domäne dubioser Online-Anbieter. Auch in deutschen Apotheken tauchen immer mehr gestohlene Medikamente, umgefüllt, verdünnt und manipuliert, wieder auf. Insbesondere aus italienischen Krankenhäusern werden zunehmend Medikamente gestohlen, wie 2014 das Krebsmedikament Herceptin von Roche.

Die manipulierten Ampullen tauchten schließlich auch in deutschen Apotheken auf. Fälscher konnten diese Arzneimittelfälschungen auch in Finnland und Großbritannien scheinbar ohne Schwierigkeiten in die legalen Vertriebskanäle einschleusen. Und dahinter stecken immense Gewinnsummen, denn 150 mg des komplexen Präparates gegen Brustkrebs sind etwa 850 € wert!

Das Medikament hat außerdem eine biologische Halbwertszeit von 2-12 Tagen und muss bei einer Temperatur -20°C transportiert werden. Dass die Fälscher auf korrekte Lagerungstemperatur und entsprechende Transportbedingungen geachtet haben, ist eher nicht denkbar, sodass der enthaltene Wirkstoff sein Wirkungspotential größtenteils verloren haben wird.

Die Fälscher haben sich mit illegalen Mitteln bereits ein „professionelles“ Netzwerk, aufgebaut, das reibungslos zu funktionieren scheint. Sie scheinen den aktuellen zum Teil beängstigend veralteten Sicherheitssystemen der Hersteller und legalen Verkäufer weit voraus. Die Profis werden sich beim Verkauf von gefälschten Corona Medikamenten und Impfstoffen sicher auch nicht zurückhalten, denn hier tut sich ein Profitversprechen auf, dass alle bisherigen Gewinnaussichten übersteigen könnte.

An dieser Stelle gibt es einen enorm großen Handlungsbedarf und gerade im Bezug auf die Corona-Krise muss JETZT gehandelt werden. Entsprechende Vorkehrungen müssen dringend getroffen werden noch bevor das erste Corona Medikament die Produktion verlässt, damit die Fälscher diese Situation nicht schamlos ausnutzen können und es hier – im schlimmsten Fall – vermehrt zu Todesfällen kommt.

Neben den Milliardenverlusten und der Bereicherung der Kriminellen auf Kosten der Gesundheit oder gar des Lebens der Opfer, wird auch die Reputation der Pharma-Unternehmen hier in Mitleidenschaft gezogen. Ärzte und Apotheker wichen in der Vergangenheit oft auf Präparate anderer Hersteller aus, wenn Fälle von Medikamentenfälschungen bekannt wurden. Die Image-Schäden durch Fälschungskriminalität sind unverschuldet, doch es dauert Jahre, vielleicht Jahrzehnte, die Unternehmensreputation wieder aufzubauen, z.B. mit kostenintensiven Marketing- und Werbemaßnahmen.

Doch die Fälscher schlafen in dieser Zeit nicht.

 

Sie werden sich ein Medikament nach dem anderen vornehmen und das kann ein und dasselbe Unternehmen mehrmals treffen (und das wird auch, denn wenn die Fälscher erst mal einen Weg gefunden haben, Medikamente zu stehlen und Fälschungen zurück in die Supply Chain zu schmuggeln oder andersweitig in den Verkehr zu bringen, dann werden sie diesen Weg auch weiterhin nutzen). Man werfe nur einen Blick auf die Webseiten und Landing Pages der großen Pharma-Konzerne (Stand 31.03.2020):

  • Bayer warnt aktuell vor möglichen Arzneimittelfälschungen in der eigenen Wertschöpfungskette (neben den Medikamentenfälschungen, die auf nicht zugelassenen Vertriebswegen verkauft werden):

„Warnung vor Fälschung in der legalen Vertriebskette:
Bei Xarelto® 20 mg Filmtabletten der Packungsgröße N2 (28 Tabletten), Charge BXHVHC3 in polnisch-slowakischer Aufmachung handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Fälschungen. Sollte Ihnen eine solche Packung vorliegen, kontaktieren Sie uns umgehend. Mehr

  • Pfizer hält auf der unternehmenseigenen Webseite keine Informationen zu Arzneimittelfälschungen bereit. Dabei ist es längst kein Geheimnis mehr, dass die beliebte blaue Viagra-Pille – Pfizer’s Erfolgsrezept zur Behandlung der erektilen Dysfunktion – das bislang meist-gefälschte Medikament ist. Oder zumindest eines davon… Die Bild-Zeitung drückt es – wie immer – besonders radikal aus mit dem Titel: Rattenkot und Bleifarbe in gefälschten Viagra-Pillen! So gefährlich sind die Plagiate. In vielen Köpfen ist Pfizer leider zu dem großen Pharma-Konzern geworden, der die negative Seite der Pharmaindustrie repräsentiert… Das bekannte Pharma-Unternehmen hat hier mit massiven Image-Schäden zu kämpfen, dass es zum Teil vollkommen übersehen wird, wenn das Unternehmen etwas Gutes leistet.
  • Weitere aktuelle Beispiele gibt z.B. auf gelbe-liste.de.

Sowohl Bayer als auch Pfizer stehen im Kampf gegen Corona an der Front. Bayer warnt auf der Landing Page für Warnung vor Arzneimittelfälschungen bereits vor Kriminellen, die die aktuelle Situation und die Angst der Bevölkerung ausnutzen. Pfizer skizziert einen Fünf-Punkte-Plan im Kampf gegen COVID-19, mit der Aufforderung an die gesamte Pharmaindustrie im Kampf gegen Corona zusammenzuarbeiten, statt sich gegenseitig weiterhin Konkurrenz zu machen. Gemeinsam mit BioNTech entwickeln sie außerdem einen Impfstoffkandidaten gegen COVID-19.

Die Fälscher werden sich wohl kaum zurückhalten, ihren Vorteil daraus zu ziehen… bei Produkten von Pfizer hatten sie ja bereits großen Erfolg!

2. Schon jetzt wird die Angst und Verunsicherung der Menschen durch die Pandemie von unseriösen Online-Händlern ausgenutzt.

 

Neben den Fake News und Falschmeldungen zur Pandemie, hinter denen politische oder religiöse Interessen stecken, wollen Fake News vor allem eines: Verkaufsfördernd sein. Die Verbraucherzentrale warnt vor den unseriösen Gesundheitsversprechen im Netz, wie vor kurzen die behauptete Immunität gegen das Coronavirus durch homöopathische Globuli.

Noch beunruhigender ist die falsche Behauptung, der „Wirkstoff Chlordioxid“ helfe gegen Corona. Es handelt sich hierbei um ein herkömmliches Bleichmittel, dessen orale Einnahme für den Menschen sehr gefährlich und gesundheitsschädlich sein kann.

Und der Corona-Markt boomt, denn die Menschen sind verunsichert und suchen nach ergänzenden Präparaten, die ihr Immunsystem bei der Abwehr des Virus unterstützen wollen. So werden bereits Vitaminpräparate, aber auch andere Produkte gefälscht. Im Blog von Golisan geht es vor allem um Nahrungsergänzungsmittel, die mit Schlagwort Corona aggressiv verkaufsfördernd beworben werden, aber auch andere Produkte würden

…aggressiv mit Corona-Hashtags beworben …von Pullovern und Socken bis hin zu handgemachten Disney-Artikeln auf Etsy – dort wurden Produkte zum Thema Coronavirus bereits entfernt. Auch die Marktplatz-Riesen Amazon und Ebay gehen gegen die Corona-Händler vor. Amazon habe bereits Zehntausende Corona-Produkte in Deutschland gesperrt und gelöscht, die die Unsicherheit der Kunden ausnutzten und mit Wucherpreisen beworben wurden.“

Auch Bayer weist auf den Handel mit Arzneimittelfälschungen in sozialen Netzwerken hin. Doch die kleinkriminellen Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller und Verkäufer auf Etsy und Co. sind noch lange nicht die eigentliche Gefahr. Diese Beispiele zeigen nur, dass eine große internationale Bereitschaft zum unseriösen Online-Handel da ist.

Die eigentliche Gefahr besteht aber darin, dass auch die großen Fälscher in naher Zukunft Initiative ergreifen werden, was sie tatsächlich vereinzelt schon tun, denn:

 

3. Die ersten Fälschungen kommen bereits auf: Gefälschtes medizinisches Equipment ist aktuell Top Seller im Netz!

 

Coronavirus Prognose: Fake News oder reale Gefahr? Massen-Arzneimittelfälschungen stehen am Gipfelpunkt dieser Entwicklung... (Quelle: @crimefact auf Instagram, 28.03.2020)

Coronavirus Prognose: Fake News oder reale Gefahr? Massen-Arzneimittelfälschungen stehen am Gipfelpunkt dieser Entwicklung… (Quelle: @crimefact auf Instagram, 28.03.2020)

 

Durch das Coronavirus hat sich bereits eine profitable Nische im Fälschungsmarkt aufgetan: Der Handel mit gefälschten Schutzmasken und anderem medizinischen Equipment hat in den wenigen letzten Wochen ein radikales, kaum skalierbares Ausmaß angenommen. Nach Angaben von Europol seien bei einem weltweiten Polizeieinsatz kürzlich etwa 34.000 gefälschte chirurgische Masken sichergestellt worden.

Gefälscht würden auch jetzt schon bekannte antivirale Medikamente, für die eine Wirkung gegen Corona allerdings nicht nachgewiesen ist. Die Europol-Direktorin Catherine De Bolle konstatiert:

„Solche kriminellen Aktivitäten während einer Gesundheitskrise sind besonders bedrohlich und können Menschenleben gefährden.“

Die Cyberkriminalität setze besonders dort an, wo es an Cybersecurity mangelt: Viele Beschäftigte großer Firmen arbeiten aktuell an den weniger gut gesicherten Heimcomputern im Home Office und greifen von dort aus auf die Netzwerke ihrer Arbeitgeber zu. So haben Fälscher in der Krisen-Zeit noch leichter Zugang zu vertraulichen Daten und wertvollen internen Informationen, die in jedem erdenklichen Sinne missbraucht werden können.

Der Handel mit gefälschter medizinischer Ausrüstung zeigt nicht nur sehr gut, wie schnell die Fälscher hier sind, sondern auch wie groß die Gefahr bereits jetzt ist: Wie viele Ärzte in Krankenhäusern arbeiten in diesem Moment unwissend mit gefälschten Masken, die für das Virus durchlässig sind? Wie viele Arzthelferinnen und Arzthelfer werden sich und andere durch gefälschtes Equipment infizieren?

Wie viele Menschenleben stehen dabei auf dem Spiel?


Fazit der Coronavirus Prognose 2020: Blockchain gegen Arzneimittelfälschungen

 

Was wir jetzt brauchen, ist eine Revolution im Kampf gegen den Fälschungsmarkt und eine effiziente Lösung, mit der wir Produktfälschungen wie Arzneimittelfälschungen auf der einen Seite erkennen können und auf der anderen Seite die Echtheit von Originalen verifizieren, Produktsicherheit erhöhen und Schadensfälle vermeiden können. 

Arman Sarhaddar, CEO und Founder von Vault Security Systems AG und der neuen Brand ivault, ist sich sicher, dass wir hier mit der innovativen Anwendung der Blockchain die Zahl der Arzneimittelfälschungen drastisch verringern können. Viele Pharma-Unternehmen haben bereits QR-Codes auf ihren Verpackungen, doch was fehlt ist die Registrierung der Produkte in einer Blockchain, die erst die höchstmögliche Produkt- und Datensicherheit bietet.

Wenn Europa Blockchain-Vorreiter sein will, ist es jetzt an der Zeit, eine Blockchain-Lösung für dieses Problem zu implementieren. Die Blockchain-Technologie stellt die optimale Lösung bereit und bringt Licht in diese düstere Coronavirus Prognose.